Mein Standpunkt und seine Entwicklung

Die „Gutmenschen“ sprechen uns das moralische Recht ab, zu den Themen „Islam“, „Islamismus“, „Islamisierung“ etc. ein eigenes Urteil zu fällen (es darf zumindest keines sein, das ihnen nicht passt). Eine beliebte Konterstrategie ist ihre Forderung, wir müssten unsere Thesen „beweisen“. Nein, müssen wir ebensowenig wie sie ihre. Wir können auch auf rein emotioneller Ebene entscheiden.

Ich bin z.B. unter der Obhut einer Nazi-Mutter aufgewachsen. Ob die Gaskammern von Auschwitz existierten, könne ich nicht wissen, meinte meine Mutter. Das ist richtig. Dennoch weiß ich es. Wer so redet wie meine Mutter damals, der vergast auch Juden. (Meine Mutter hat sich im Laufe der Jahre nach und nach von der Nazi-Ideologie distanziert. 2002 ist sie verstorben.)

Im folgenden möchte ich meine Kindheitserinnerungen an die ersten Begegnungen mit kleinen Türken schildern. Mitte der 60er Jahre hatten wir, soweit damals für mich sichtbar, erstmals eine türkische Familie in meiner kleinen Heimatstadt. Meine Mutter und die türkische Mutter hatten ein gutes Verhältnis (behauptete meine Mutter). Die türkische Familie hatte eine Tochter und einen Sohn. Der hat mich verprügelt, obwohl er viel kleiner war als ich (natürlich habe ich damals auch sonst auf der Straße viel Dresche bezogen). Später kam eine Gruppe kleiner Türken in unsere Klasse. Sie waren nicht aggressiv, aber man konnte zu ihnen keinen Zugang finden. Sie sahen einem nicht in die Augen und weigerten sich, mit uns zu spielen oder zu scherzen. Jahre später kam ein kleiner Franzose in unsere Klasse. Der war fröhlich drauf, obwohl er, wie die kleinen Türken, kein Wort Deutsch konnte.

Ansonsten habe ich persönlich kein schlechtes Verhältnis zu Muslimen. Mit den Studenten aus diesem Kulturkreis bin ich im Wohnheim, von geringsten Ausnahmen abgesehen, gut klargekommen. Mein Döner-Mann auf der anderen Straßenseite ist sehr freundlich und sympathisch. Sein Döner ist lecker! In seinem Laden war aber einmal eine Kopftuchfrau hinter der Theke. Was er denkt, weiß ich nicht, ich frage ihn auch nicht.

Mein Augenkontakt-Verhältnis zu Menschen erkennbar muslimischer Herkunft auf der Straße oder in der U-Bahn ist die ganzen Jahre über distanziert geblieben. Sie wollen im Großen und Ganzen mit uns nichts zu tun haben. Bei anderen Ethnien kann ich den Effekt nicht in der selben Art und Weise beobachten.

Wie gesagt verlangen unsere Kritiker nun von uns, unsere Anschuldigungen gegen den Islam zu „beweisen“. Wir weisen diese Forderungen zurück. Wir müssen die Bösartigkeit des Islam genauso wenig beweisen, wie wir die Gaskammern vorn Auschwitz beweisen müssen. Man kann natürlich eine Beweisführung versuchen, dies geschieht aber andernorts (z.B. von Hartmut Krauss u.a. mit ihren Schriften im Hintergrund-Verlag, http://www.hintergrund-verlag.de/). Unsere Kritiker würden sowieso keinen Beweis irgendwelcher Art akzeptieren, sondern jeglichen Versuch unter Verwendung derselben methodischen Mängel, die sie uns vorwerfen (wie Polemik, Kenntnisdefizite) zu zerschießen versuchen.

Der springende Punkt in der Auseinandersetzung um den Islam ist ein ganz anderer, als in der Diskussion um seine Natur thematisiert wird. Es geht darum, dass Politiker und andere Islamversteher versuchen, mit Sprüchen wie „Der Islam gehört jetzt auch zu Deutschland“ und „Das hat nichts mit dem Islam zu tun!“ sowie einer Vielzahl anderer Aktionen den Islam zum Teil des gesellschaftlichen Mainstreams erheben, was er nicht ist und in der vorliegenden Form niemals sein kann.

Es geht auch nicht darum, zwischen „Islam“ und „Islam“ zu unterscheiden, obwohl solche Unterscheidungen möglich sind. Es geht vielmehr darum, (möglichst) alle Muslime unter genaue Bobachtung („Generalverdacht“) zu stellen und sie für die im Namen des Islam begangene Gewalt moralisch verantwortlich zu machen, solange sie diese Verantwortung nicht von sich aus öffentlich übernehmen. Genauso, wie alle Deutschen, auch die noch nicht Geborenen, für die während des Zweiten Weltkriegs im Namen Deutschlands begangenen Gewaltakte verantwortlich sind.

Als ich zum ersten Mal im Fernsehen Ende der 90er Jahre im Rahmen eines „Aschura-Fests“ die blutige Selbstgeißelung schiitischer Gläubiger gesehen habe, merkte ich, dass es ich bei diesen Menschen nicht um Menschen im Sinne unserer westlichen Kultur handelte. Zum Menschen gehört nun einmal auch die Menschlichkeit, und die wurde hier sichtbar bekämpft.

(Das Folgende wurde im Februar 2015 verfasst)
Das muslimische Echo auf die „Charlie Hebdo“-Morde hielt sich in engen Grenzen. Es gab die üblichen lauen Distanzierungen. Ist das nicht selbstverständlich?, sagten unsere Kritiker. Nein, selbstverständlich wäre eine Verantwortungsübernahme. Auch der Mainstream traut sich immer noch nicht, die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Wurde auf der Millionen-Demonstration in Paris auch nur eine einzige islamfeindliche „Charlie Hebdo“-Karikatur hoch gehalten? Nein! Marschierte der Protestzug in ein Banlieue, um gegen die dortigen muslimisch-arabischen Zuwanderer zu demonstrieren? Natürlich nicht!

Menschen, die eine niedrigere Kulturstufe als die unsere aggressiv propagieren, sehen wir nicht als mit uns auf Augenhöhe stehend an. Für Kompromiss- und Deeskalationsbereitschaft ihnen gegenüber gibt es keinen Grund. Was wir gegenüber ihnen aufstellen, ist eine Kapitulationsforderung. Wenn die anderen zu uns gehören wollen, müssen sie auf uns zugehen, nicht umgekehrt. Solange das nicht passiert, setzen wir die Konfrontation fort.

Ich bin nicht unbedingt ein Freund von „Charlie Hebdo“-Karikaturen. Manche sind geschmacklos, oder schlimmer, einfach nicht witzig. Ich fordere es nicht gerne, aber um unserer Freiheit und Demokratie willen sind wir gezwungen, den Propheten Mohammed zu beleidigen. Wir müssen das machen, um die Moslems aus der Ecke ihrer Selbstgerechtigkeit herauszuholen.

(Vor § 166 StGB sei gewarnt! Hier wird nicht zu Rechtsbrüchen aufgerufen! Es geht nicht darum, den Propheten nach unseren Maßstäben zu beleidigen, sondern nach denen der Moslems, und dazu genügt schon die einfache, im Islam verbotene Abbildung. Oder eben Karikaturen, etwa nach Art von „Charlie Hebdo“. Schließlich wollen wir dafür sorgen, dass unsere Maßstäbe durchgesetzt werden, nicht die der Moslems!)

Wer die Gewalt gegen „Charlie Hebdo“ ablehnt, aber sich oder seine Religion durch die Karikaturen beleidigt fühlt, steht trotzdem auf der Seite der Gewalttäter. Vielfach distanzieren sich Muslime von der im Namen ihrer Religion begangenen Gewalt dadurch, indem sie behaupten, die Täter wären keine Muslime, die Taten wären „unislamisch“. Aber das ist Unsinn bzw. Propaganda. Wann höre ich endlich von muslimischer Seite: „Ich schäme mich für meine Religion!“