Kataloniens abgehängte Unabhängigkeit

(Im folgenden Artikel werden „Katalanen“ und „katalanische Separatisten“ gleichgesetzt. Der Verfasser sieht, auch wenn Berichterstattungen und Großdemonstrationen von Einheitsbefürworten das Gegenteil suggerieren, keine wesentliche Zustimmung in Katalonien für einen spanischen Einheitsstaat.)

Wir Menschen können ja meinen, was wir mögen, der eine dieses, der andere jenes. Grenzen erlegen wir uns dabei selbst auf. Oder auch nicht. Grenzen kann man gleichzeitig gedanklich überschreiten und geographisch ziehen. Das man den Zusammenhalt der Völker gedanklich zerstört, indem man Unabhängigkeiten erklärt, ist so eine gleichzeitige Grenzziehung und -überschreitung.

Man kann nun viel labern vom „Selbstbestimmungsrecht der Völker“. Dieses Recht hat uns schon in viele Kriege und Konflikte geführt. Man sollte also sparsam davon Gebrauch machen. Multiethnische Staaten halten ihr Gebiet oft dadurch zusammen, dass sie eine undurchlässige Grenzziehung zwischen ihren Völkern nicht zulassen. Es ist eine Frage der völkischen Reife, ob man das akzeptiert oder nicht, oder auch nur der schlichten wirtschaftlichen Notwendigkeit. Die kulturelle Unterdrückung eines Volkes würde allerdings einen Unabhängigkeitskampf rechtfertigen. Im Umkehrschluss gilt, ein freies Volk hat KEIN Recht auf nationale Unabhängigkeit.

Von einer Unterdrückung der Katalanen durch Spanien kann indes nicht im Mindesten die Rede sein. Es handelt sich um einen reinen Bedeutungsschwindel eines Volkes, das seinen Platz in Europa nicht findet. Die Katalanen haben kein Weltbild. Für sie gibt es nur zwei Länder: ihr eigenes, und Spanien. Und natürlich kommt alles Schlechte nur aus Spanien. Zwischen dem modernen Spanien und der Franco-Diktatur machen sie keinen Unterschied. Würden sie tatsächlich unabhängig, müssten sie erst einmal zum Rest der Welt Beziehungen aufnehmen. Für sie sicher eine ganz neue Erfahrung.

Die katalonische Unabhängigkeit, so als ob ein Staat Katalonien einfach nur ein weiterer auf der Landkarte wäre, ist dabei gar nicht das Wesentliche. Sondern die Selbstauffassung eines solchen Staates eines solchen Volkes, der gegen alles stehen würde, was wir als Rechtspopulisten vertreten.

Natürlich ist es in Katalonien nix wie hip, die Unabhängigkeit zu vertreten. Jugendlichkeit ja, Popkultur ja, Nachdenken nein. So sehen zahlreiche Vertreter der Unabhängigkeit aus. Die linke Huffington-Post gibt einen sehr guten Einblick: http://www.huffingtonpost.de/veit-lindner/protest-katalanische-separatisten-europa_b_18356582.html?utm_hp_ref=germany.

Abgesehen von Lüge der „Souveränität“ vor 300 Jahren. Katalonien war im Spanischen Erbfolgekrieg das letzte Rückzugsgebiet der Habsburger gegen die Bourbonen. Aber um was geht es? Zitieren wir mal: „“Wir sind nicht gegen die Spanier“, stellt Violeta [eine Aktivistin] klar. „Wir lieben deren Städte, Leute und Kultur. Aber wir müssen auch unsere eigene Sprache und Kultur vor den dauernden Übergriffen des Staates schützen, der keinen Respekt vor der Vielfalt hat!“ Immer wieder flackert mir in den Gesprächen mit Demonstranten die romantisch anmutende Vorstellung von den unbegrenzten Möglichkeiten eines neuen Staates entgegen: Neu anfangen, einen neuen Staat schaffen, der gerechter, demokratischer sein soll…“
…“ Offen für Flüchtlinge soll der neue Staat sein, mit echter Meinungsfreiheit [??] und mehr Möglichkeiten der Mitbestimmung. Ein Land, in dem es keinen Platz für Rassismus und Hass geben soll.“

Aha, daher weht der Wind! Katalonien als Einfallstor für alles Fremde, was unsere freiheitliche Welt bedroht! Die typische, LINKE Vorstellung vom Staat, bzw. seiner Nichtvorhandenheit!

Wie gesagt, meinen kann man viel. Aber eins braucht man nun wirklich nicht zu meinen: dass der spanische Staat bisher diese Form der katalonischen Unabhängigkeit unterdrückt hat. Diese Form besteht nur der Form halber nicht, realisisert ist sie längst. Barcelona hat sich als „sanctuary city“ bereits den passenden Ruf erworben, und das schon seit Jahren. Der SPIEGEL schrieb etwa in Nr. 51/2010, S. 87: Einfallstor Barcelona. Die Stadt ist ein Zentrum der illegalen muslimischen Einwanderung, insbesondere aus Pakistan. Genauso haben Mafia-Clans aus allen Teilen der Welt hier Stützpunkte (besonders erwähnt werden China, Rumänien, Kosovo, und natürlich südamerikanische Drogengangs).

Dass diese Libertärheit die entsprechenden Folgen hat, wundert nicht weiter. Man lese mal hier, auch wenn es einem zwischendrin übel wird: http://www.pi-news.net/kommentar-zur-lustigen-buergermeistern-und-der-gaudi-von-barcelona/

Die Terroranschläge von Barcelona und Cambrils sind also nur die notwendige Konsequenz aus der katalanischen Haltung. Niemand bringt es so genau auf den Punkt wie die Cousine des SPIEGEL-Journalisten Juan Moreno (Nr. 35/2017, S. 94): „Irgendwie habe man damit gerechnet. Die Stadt sei fällig gewesen, sagte sie.“

„Ode an eine verwundete Stadt“ nennt Moreno seinen Artikel noch im Inhalt (S. 5). An eine selbstgefällige Stadt, hätte er schreiben sollen, und schreibt er dann im Artikel auch (nicht wörtlich, aber sinngemäß). „Politiker unterschieden zwischen „spanischen“ und „katalanischen“ Opfern. Am Ende gaben Angehörige einer katalanischen Regierungspartei [ach, wie unterdrückt die sind] dem König eine Mitschuld an den Anschlägen.“ [Ließ sich auf deutsch nicht per Google verifizieren, aber Katalonien war immer ein Zentrum des Anarchismus. Ich vermute derartige Äußerungen aus dieser Ecke].

Vor islamischen Terroristen hat Barcelona keine Angst, so Moreno zum Ende seines Artikels. Typisch, sollte sie aber. Inzwischen ist die Regionalregierung nach Erklärung der Unabhängigkeit, die niemand anerkannt hat, abgesetzt, der Ministerpräsident, dessen Name auf deutsch wie „Putschdämon“ klingt, nach Belgien geflohen. Hoffentlich wird er von dort bald an Spanien ausgeliefert.

Ich wünsche mir ein knallhartes Durchgreifen des spanischen Staates gegen alle katalonischen Unabhängigkeitsbestrebungen. Die verantwortlichen Politiker gehören zu langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt, die separatistischen Parteien verboten, separatistische Aktivitäten unter Strafe gestellt.

Zum Zeitpunkt der Niederschrift ist von „Widerstand“ gegen die Aktionen des spanischen Staates, der sicher weniger hart vorgehen wird, als ich mir das wünsche, nichts zu entdecken. In Wirklichkeit wollen die Katalanen gar nicht unabhängig sein, das würde ja Mühe machen. Sie wollen sich nur ordentlich aufspielen, und das ist ihnen bereits gelungen. Der spanische Staat sollte die Gelegenheit nutzen und ihre Geduld austesten.